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Der Patient mit einer schweren Colitis Ulcerosa lebt im Prinzip schon ohne Dickdarm

Priv.-Doz. Dr. med. Anton J. Kroesen, Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie am Krankenhaus Porz am Rhein in Köln, im Interview bei rheinruhrmed.de.

Dr. Kroesen, können Sie es nachvollziehen, dass Patienten mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung Angst vor einer Operation haben?

Priv.-Doz. Dr. med. Kroesen: Aber natürlich. Jeder Mensch hat Angst davor, sich operieren zu lassen und sich dabei die Hände eines völlig Fremden zu begeben. Das erfordert einen erheblichen Vertrauensvorschuss. Sogar ein Chirurg hat Angst, wenn er operiert werden muss. Aber es ist mitunter gerade bei Morbus Crohn sehr wichtig, die Operation zum richtigen Zeitpunkt durchzuführen. Ein solcher Eingriff steht schließlich irgendwann unweigerlich im Leben eines Patienten an, weil dann so schwere Komplikationen eingetreten sind, dass entweder kein lebenswertes Leben mehr möglich oder gar ein lebensbedrohlicher Zustand eingetreten ist.

Um es erst gar lebensbedrohlich werden zu lassen: Wann sollte ein Patient über eine Operation nachdenken?

Priv.-Doz. Dr. med. Kroesen: Er sollte darüber nachdenken, wenn sein Arzt bei ihm an die Grenzen der medikamentösen Therapie gekommen ist, wenn also keine weitere Besserung des Gesundheitszustandes durch Medikamente zu erwarten ist. Aber auch starke Nebenwirkungen oder zusätzliche Erkrankungen können eine Operation in Betracht ziehen. Letztlich geht es uns Ärzten immer um die Verbesserung der Lebensqualität. Und da kann eine Operation zu beitragen.

(weiter zum vollständigen Interview auf reihnruhrmed.de … [1])