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Was Stomaträger auf Reisen beachten sollten

Urlaub – in den sonnigen Süden, zum Wandern in die Berge … wenn man sich von der Operation erholt hat steht einer Urlaubsreise natürlich nichts im Wege. Allerdings gibt es einige Dinge, die man als Stomaträger auf Reisen beachten sollte. Im folgenden Artikel werden wir die Urlaubsvorbereitungen, die Anreise und den Aufenthalt am Urlaubsort etwas unter die Lupe nehmen.

Reisevorbereitungen

Der wichtigste Hinweis zuerst: Überlegen sie sich, wie viel Versorgungsartikel sie benötigen, wenn sie die Urlaubszeit zu Hause verbringen würden. Nehmen sie dann doppelt so viele Stomabeutel, Basisplatten, usw. mit auf ihre Reise. Warum? Erfahrungsgemäß verbraucht man im Urlaub mehr Versorgungsartikel als zu Hause. Dafür gibt es mehrere Gründe, z.B.

  • starkes Schwitzen kann die Klebeflächen aufweichen, die Versorgung muss dadurch oft früher gewechselt werden
  • ungewohnte Ernährung oder eine Infektion können Durchfall verursachen
  • häufiges Schwimmen und Baden führt zu häufigerem Wechsel der Versorgung

Bei Auslandsreisen sollten sie sich vorab über die Bezeichnung ihrer Versorgungsartikel im Urlaubsland erkundigen. Die Bezeichnung der Artikel kann in anderen Ländern von der deutschen Bezeichnung abweichen. Bei dieser Gelegenheit können sie sich auch gleich nach Vertriebsfirmen vor Ort erkundigen. Diese Information ist nützlich, wenn ihnen im Urlaub doch einmal die Stomabeutel ausgehen.

Eine Auslandskrankenversicherung ist ebenfalls zu empfehlen. Achten sie aber darauf, das im Leistungsumfang der Versicherung die für sie notwendigen Hilfsmittel zur Versorgung des Stomas enthalten sind.

Während einer Auslandsreise kann auch das internationale Travel-Certificate hilfreich sein, das von der European Ostomy Association, herausgegeben wird. Es ist mehrsprachig verfasst und klärt bei evtl. Kontrollen im Ausland über die Notwendigkeit der am Körper getragenen Versorgung auf. Darüber hinaus enthält es einen Hinweis, das die Versorgung nur im Beisein eines Arztes entfernt werden darf auf.

Das Travel-Certificate können sie sich über den folgenden Link auf ihren PC herunterladen: Travel-Certificate. Zur Anzeige und zum Ausdruck benötigen sie den kostenlosen Acrobat-Reader: Acrobat Reader. Drucken sie sich das Zertifikat aus, tragen sie ihre Angaben ein und lassen sie es von ihrem Hausarzt mit Stempel und Unterschrift gegenzeichnen.

Die Anreise

Bei der Anreise per PKW oder Motorrad sollten sie Pausen an gut ausgestatteten Raststätten einplanen. Falls ein Versorgungswechsel während der Fahrt notwendig wird, können sie sich damit sicher sein, eine saubere Behindertentoilette zur Verfügung zu haben.

Übrigens, Zutritt zu den meisten Behindertentoiletten auf Raststätten erhalten sie mit dem so genanten Euroschlüssel. Mehr Informationen zu diesem Schlüssel und der Bezugsquelle finden sie hier: Unterwegs eine saubere Toilette.

Bei Flugreisen gehört das gesamte Versorgungsmaterial ins Handgepäck. Wenn sie ihre Materialien in ihren Koffer verstauen, können sie nie sicher sein, das der Koffer auch am Urlaubsort ankommt. Deshalb lieber die Stomabeutel als den Fotoapparat im Handgepäck mitnehmen.

Sowohl im Flugzeug als auch im Reisebus oder in der Bahn kann ein Versorgungswechsel aufgrund der engen Toiletten umständlicher sein als sonst. Mit etwas Geduld und Improvisation sollte der Versorgungswechsel in diesen platzsparenden Toiletten aber möglich sein.

Der Aufenthalt am Urlaubsort

Wie jeder andere Reisende auch sollten sie bei heiß-trockenem Wetter unbedingt auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten. Sie sollten so viel trinken, dass sie mindestens einen Liter Urin über den Tag verteilt ausscheiden.

Bei der täglichen Stomapflege ist in südlichen Ländern nur abgekochtes Wasser oder Wasser aus Flaschen zur Reinigung des Stomas und zur Irrigation zu empfehlen. Wohnt man im Hotel, sammelt man bei einem Versorgungswechsel die verbrauchten Materialien am besten in einem mitgebrachten Müllbeutel (z.B. 20 Liter Hausmüllbeutel) und entsorgt diesen im Mülleimer des Hotelzimmerbades. Der Mülleimer im Hotelzimmerbad wird täglich geleert.

Auch der Strandbesuch ist für Stomaträger kein Problem. Ein Sonnenbad macht der Stomaversorgung nichts aus. Auch das Schwimmen im Meer oder im Pool ist auf jeden Fall möglich. Die modernen Stomaversorgungen halten auch im Wasser sicher am Körper und bleiben absolut dicht. Um das Stoma beim Baden zu verdecken haben einige Hilfsmittelhersteller spezielle Bademode für Stomaträger im Programm. Um für einen sicheren Halt und Schutz des Stoma bei Wassersport (Surfen, Tauchen, etc.) zu sorgen gibt es auch einen speziellen Schwimm- und Badegürtel aus Neopren.

Noch ein Hinweis für Campingurlauber: erfahrene Betroffene wechseln ihre Versorgung oft nicht in Gemeinschaftstoiletten, sondern im eigenen Zelt. Dabei ist nur darauf zu achten, das sie die schon oben erwähnten Müllbeutel und ausreichend Wasser im Zelt bereit halten. Die verbrauchten Materialien in den Müllbeutel, diesen zuknoten und ab damit in den Müll.

Druckversion Druckversion · Autor: CL · letzte Aktualisierung am 22. Dezember 2007