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Parkerleichterungen für Stomaträger

Behindertenparkplätze und Parkerleichterungen sind zwei von vielen Maßnahmen, die der Gesetzgeber vorsieht, um die Nachteile einer Behinderung auszugleichen. Auch Stomaträger können diese Nachteilsausgleiche in Anspruch nehmen, die Grenzen sind allerdings eng gesteckt. Wir erläutern die grundsätzlichen Voraussetzungen für die Ausstellung der Parkausweise und in welchen Fällen auch Stomaträger Parkerleichterungen nutzen können.

Behindertenparkplätze – bei außergewöhnlicher Gehbehinderung und für Blinde

Abbildung: Beschilderung eines Behindertenparkplatz
Parken auf Behindertenparkplätzen:
nur mit dem blauen Parkausweis

Auf Behindertenparkplätzen dürfen grundsätzlich nur Inhaber des blauen Parkausweis parken. Den europaweit gültigen Ausweis erhalten

Behindertenparkplätze sind damit z.B. querschnittgelähmten Stomaträgern vorbehalten, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Dabei berechtigt alleine die Gehbehinderung zur Nutzung der gekennzeichneten Parkflächen, ein zusätzlich vorhandenes Stoma spielt dabei keine Rolle.

Parkerleichterungen – bei CED oder zwei Stomata

Parkerleichterungen werden Inhabern des orangefarbenen Parkausweis eingeräumt. Dieser Ausweis gilt bundesweit, erlaubt aber ausdrücklich nicht das Parken auf Behindertenparkplätzen.

Stomaträger erhalten den orangefarbenen Parkausweis nur dann, wenn sie gleichzeitig an einer der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt sind. Oder wenn sie zwei Beutel am Bauch tragen. Und auch der dafür festgestellte Grad der Beeinträchtigung (GdB) spielt eine Rolle.

Abbildung: Beschilderung eines eingeschränkten Halteverbots
eingeschränktes Halteverbot:
Parken mit dem Parkausweis erlaubt

Den Ausweis beantragen können

Mit dem orangefarbenen Parkausweis ist das Parken auf Behindertenparkplätzen grundsätzlich nicht erlaubt. Aber kaum eine Regel ist ohne Ausnahme: Aufgrund einer Sondervereinbarung (Gleichstellung)1 [2] ist in den Bundesländern Berlin und Brandenburg das Parken mit dem orangen Parkausweis auch auf Behindertenparkplätzen gestattet.

Der gelben Parkausweis – Sonderregelungen einzelner Bundesländer

In den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz berechtigt zusätzlich der gelbe Parkausweis zur Nutzung der Parkerleichterungen. Obwohl in allen drei Bundesländern gültig, sind die Voraussetzungen unterschiedlich. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern können auch Stomaträger den gelben Parkausweis beantragen, denn hier gilt u.a. die Voraussetzung:

Die Straßenverkehrsbehörden der übrigen Bundesländern stellen teilweise weitere Ausweise mit speziellen Parkerleichterungen aus. Diese gelten ausschließlich in dem jeweiligen Bundesland, sind oft zeitlich befristet und richten sich vor allem an gehbehinderte Personen.

Was sind Parkerleichterungen?

Ein Übersicht haben wir hier zusammen gestellt: sonstige Parkerleichterungen [3]

Wo beantrage ich den Parkausweis?

Anträge werden bei der am Wohnort zuständigen Straßenverkehrsbehörde gestellt. Dort erhält man auch Auskunft über die erforderlichen Voraussetzungen und Dokumente, die gemeinsam mit dem Antrag eingereicht werden müssen.

Quelle: Landesamtes für soziale Dienste Schleswig-Holstein; Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland Pfalz; Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern
www.berlin.de/lageso/behinderung/kraftfahrzeug/parken.html#sonderregelung [4], abgerufen am 15.05.2017
Bildquelle: Stoma-Welt.de