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mögliche Komplikationen bei einem Urostoma

Bei einem Urostoma können im Vergleich zu einem Darmstoma weitere Komplikationen auftreten wie Harnwegsinfektionen und Harnstau. Nachfolgend sind die für die Urostomie häufigsten Komplikationen kurz zusammen gefasst.

Harnkristallbildung

Bei den Harn- oder Urinkristallen handelt es sich um phosphathaltige Teilchen. Sie entstehen, wenn der ph-Wert des Urins zu alkalisch ist. Die weißlichen Kristalle sehen aus wie kleine Glassplitter und lagern sich auf der Haut um das Stoma herum ab. Sie Schmerzen auf der Haut und auch an den Fingern, wenn man sie berührt.

Abbildung Stoma mit Harnkristlallbildung
Harnkristalle lagern sich
auf der Haut ab, sie sehen
kleinen Glassplittern ähnlich

Oft tritt die Harnkristallbildung neben einer immer wiederkehrenden Harnwegsinfektion auf. Ob zusätzlich ein Harnwegsinfekt vorliegt, sollte immer von dem behandelnden Arzt kontrolliert werden. Eine medikamentöse Behandlung der Infektion vermindert meist auch die Kristallbildung.

Auch wenn die Basisplatte der Stomaversorgung zu groß ausgeschnitten wird oder die Stomaversorgung ständig undicht ist und Urin unter die Platte gelangt, können sich Harnkristalle auf der Haut ablagern. Deshalb sollte auch der perfekte Sitz der Stomaversorgung durch eine Stomatherapeutin oder erfahrende Stomaberaterin kontrolliert werden. Manchmal ist es notwendig, das Versorgungssystem zu wechseln.

Die Kristalle dürfen nicht einfach abgewaschen oder weggewischt werden, da dies sehr unangenehm und oft auch schmerzhaft ist. Stattdessen sollte die Haut mit einer Essiglösung umspült werden (1 Esslöffel Tafelessig auf 4 Esslöffel Wasser). Die Essiglösung säuert den Urin an und löst die Harnkristalle auf.

Da das Risiko einer Harnkristallbildung vor allem dann besteht, wenn der Urin alkalisch ist, kann man durch eine ausreichende Trinkmenge (2,5 – 3 Litern pro Tag) und ansäuernden Speisen und Getränken vorbeugen. Besonders gut eignen sich Fisch, Käse und Fruchtsäfte (2x täglich 250 ml).

Harnstau

Wenn ein Urostoma plötzlich deutlich weniger oder gar keinen Harn mehr ausscheidet, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Ein Harnstau ist dann wahrscheinlich und die Ursache des Staus muss geklärt und beseitigt werden. Denn staut sich der Urin zurück bis in die Niere kann es zu einer Schädigung der Niere kommen.

Eine häufige Ursache für einen Harnstau bei einem Ileum Conduit ist eine Stomablockade. Sie wird meist durch Darmschleim ausgelöst, der sich in dem kleinen Darmstück des Ileum Conduit festsetzen kann. Ein solcher Schleimpfropfen kann von einem Arzt oder einem Stomatherapeuten durch Ausspülen des Stomas mit etwas Flüssigkeit (10ml NaCl) vorsichtig entfernt werden.

Harnwegsinfektion

Die Harnwegsinfektion ist mit die häufigste Komplikation bei Urostomieträgern. Betroffene sollten alles tun, um Harnwegsinfekte zu vermeiden.

Die typischen Symptome einer Harnwegsinfektion sind allgemeine Abgeschlagenheit, erhöhte Temperatur (Fieber), Schmerzen in der Nierengegend und Veränderungen der ausgeschiedenen Menge, Farbe und Geruch des Urins, ohne das sich die Trinkgewohnheiten geändert haben.

Bei Verdacht auf eine Harnwegsinfektion muss der Arzt zur Abklärung aufgesucht werden. Ob ein Infekt vorliegt, kann durch eine Urinuntersuchung festgestellt werden. Die Urinprobe sollte aber nicht aus dem Beutel entnommen werden, sondern direkt aus dem Stoma. Der im Beutel gesammelte Urin kann eine falsches Untersuchungsergebnis wiedergeben.

Zur Vorbeugung sollten Urostomabetroffene auf eine ausgewogene Ernährung und eine Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei bis drei Litern am Tag achten. Eine professionelle Ernährungsberatung kann dabei hilfreich sein. Außerdem muss der Beutel der Stomaversorgung einmal täglich gewechselt werden und eine regelmäßige Kontrolle des Urin-ph-Wertes ist zu empfehlen.