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Notausgang

11. Mai 2010 · Autor: CL · Druckversion Druckversion

Notausgang – so bezeichnet Tamara Lammers die Erfahrungen mit ihrem Stoma. Ein Fluchtweg aus ihrer schwer verlaufenden Morbus Crohn-Erkrankung, die sie seit ihrem 15. Lebensjahr täglich begleitete und ihr Leben über weite Strecken bestimmt hat. Und zugleich ein Eingang zurück in ein gesundes, selbst bestimmtes Leben, ohne Schmerzen und ohne Medikamente.

Notausgang, von Tamara Lammers
www.stoma-na-und.de

In ihrem Buch nimmt uns Tamara mit in ihren letzten Krankenhausaufenthalt im Sommer 2009. Nach mehreren Operationen lebt sie bereits seit einigen Jahren mit einem Stoma. Und sie lebt gut damit. Eine attraktive und aktive junge Frau, die Mitten im Leben steht. Was über viele Jahre kaum denkbar war, wie sie uns im Rückblick auf ihre langjährige Krankengeschichte erzählt. Sie berichtet von ihrem Morbus Crohn, einer Darmerkrankung mit der viele Ärzte zum Zeitpunkt von Tamaras Diagnose noch überfordert waren. Von experimentellen Therapien, Nebenwirkungen, quälenden Fisteln.

Und doch hat sich Tamara immer den Weg zurück offen gehalten. Soll ihr Stoma wirklich endgültig sein, für den Rest ihres Lebens? Aber jetzt hat ihr Körper selbst entschieden. Ein Teil ihres Dickdarms wurde bei der Anlage des Stomas erhalten, für eine spätere Rückverlegung. Gelangweilt von der jahrelangen Warterei, zusammengeschrumpft und entzündet, muss er jetzt entfernt werden. Für Tamara aber ein weiterer Schritt nach vorne. Jetzt wird er wirklich endgültig, ihr Notausgang hinein in ein gesundes und erfülltes Leben.

Tamaras Buch ist ein Erfahrungsbericht, der vor allem Betroffenen mit einer schwer verlaufenden chronischen Darmerkrankung Mut machen kann. Und ein Buch das vielleicht dem einen oder anderen Arzt die Angst davor nimmt, seinen Patienten in einer ähnlichen Situation zu einer Stomaanlage zu raten. Ein künstlicher Darmausgang ist eben nicht das Ende, sondern für viele der Anfang eines neuen Lebensabschnitts.

Notausgang von Tamara Lammers, 12,80 Euro, erhältlich im Buchhandel (ISBN 978-3-00-030954-0) oder auf www.stoma-na-und.de

Kategorie: Erfahrungsberichte

Buchvorstellung: Stoma – na und?

30. März 2009 · Autor: CL · Druckversion Druckversion

“Stoma – na und? Ich mag mich so, wie ich bin!” ist der Titel des Ende letzten Jahres erschienenen Ratgebers für Betroffene, Angehörige und Therapeuten. Wer allerdings einen Ratgeber zum Thema Stoma nach dem Muster “Wie funktioniert die Stomaversorgung” oder “Wie ernähre ich mich richtig” erhofft, sollte sich eher unter den kostenlosen Broschüren der Hersteller umsehen. Der Untertitel des Buches bringt uns zum eigentlichen Thema: “Das Erleben einer körperlichen Beeinträchtigung”.

Die Autorin arbeitete lange Jahre im Bereich Marketing und als wissenschaftliche Assistentin. Darüber hinaus nahm sie an einer Ausbildung zur Ergotherapeutin teil und absolvierte eine Weiterbildung im Bereich Psychologie. Und sie ist Stomaträgerin, nach zahlreichen Operationen aufgrund eines Morbus Crohn. Trotz dem Erlebten hat sie eine positive Einstellung zu sich und ihrem Leben und stellt sich immer wieder erfolgreich neuen Herausforderungen. Und genau darum geht es in ihrem Buch.

Anhand ihres eigenen Erlebens als Stomaträgerin zeigt sie, warum wir uns nach der Operation in der veränderten körperlichen Situation so verhalten, wie wir uns verhalten. Sie erklärt uns wie sich unser Erleben zusammen setzt, wie negative, aber auch positive Lebenseinstellungen entstehen. Und sie gibt uns einen Leitfaden an die Hand der uns hilft, uns selbst zu verstehen und trotz unserer Erkrankung und Behinderung wieder eine positive Einstellung zu unserem Leben zu entwickeln. Denn wir alle haben ein Recht auf ein erfülltes und zufriedenes Leben, trotz Krankheit und körperlicher Beeinträchtigung.

Jeder der verstehen möchte, warum er selbst, sein Partner oder seine Patienten gerade so ticken wie sie ticken, sollte sich Zeit für dieses Buch nehmen.

STOMA – na und?
von Anja Ursula Dillmann
ISBN: 978-3-89841-409-8

Kategorie: Erfahrungsberichte, Selbsthilfe, Stomatherapie

Kontinentes Colostoma durch Einsatz eines Analbands

16. Dezember 2008 · Autor: CL · Druckversion Druckversion

Im September dieses Jahres berichtete die Bild in einem Artikel über den in Deutschland erstmaligen Einsatz eines Analbandes an einem Colostoma. Zugegeben, wir waren sehr skeptisch als uns ein Mitglied des Stoma-Forums darauf aufmerksam machte. Aber als wir den Namen der federführenden Chirurgin erfuhren, wurden wir neugierig.

Frau Prof. Möslein und ihr Chirurgen-Team des St. Josefs-Hospitals in Bochum-Linden sind erfahren in der Anlage von Stomata. Sie wissen: für eine möglichst hohe Lebensqualität muss ein Stoma zuverlässig und einfach zu versorgen sein. Aber auch wenn ein Darmstoma optimal angelegt wurde, ist es doch für einige Stomaträger schwer zu akzeptieren, dass sie die Kontrolle über ihre Körperausscheidungen verloren haben.

Diese Situation beobachtete Frau Prof. Möslein in der Nachsorge einiger ihrer Patienten. Auf der Suche nach einer Lösung stützte sie sich auf die bestehenden Erfahrungen mit einem kommerziell schon seit langem auf dem Markt erhältlichen kontinenten Analbandsystem. Dieses ist gut erprobt für einen Ersatz am natürlichen Darmausgang. In anderen Ländern wurde es bereits für ein Stoma eingesetzt, in Deutschland bisher noch nicht. Das Band wird so unter der Haut um das Stoma gelegt, das es ähnlich wie ein Muskel die Stomaöffnung verschließt. Zum Verschließen wird ein an diesem Band befestigtes Schlauchsystem mit einem Ventil (und Portsystem zur Regulierung) mit Flüssigkeit gefüllt. Auf “Knopfdruck” entweicht die Flüssigkeit aus dem Schlauch, die Stomaöffnung weitet sich und der Stuhl kann kontrolliert ausgeschieden werden.

Wir haben mit Frau Prof. Möslein und Herrn Komorowski, einem ihrer Patienten, über das neue OP-Verfahren gesprochen. (weiterlesen …)

Kategorie: Erfahrungsberichte, Stomatherapie

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