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Jeden Monat ein neuer Mutmacher

03. November 2010 · Autor: CL · Druckversion Druckversion

Erster Teil unserer neue Serie “Stoma in Bildern”

“Wie kann ich Stomaträger nach ihrer Operation unterstützen, mit ihrer neuen Situation zurecht zu kommen?” Diese Frage stellte mir eine Schülerin in der Krankenpflege für ihre Hausarbeit. “Gib ihnen positive Beispiele”, war meine Antwort. “Zeig ihnen, dass sie nicht alleine sind und sie auch mit Stoma ihr Leben so leben können, wie sie es möchten.”

Colplast Jahreskalender 2011
Simone, 43: “Dank dem Stoma habe
ich mein Leben wieder liebgewonnen.”

An diese kleine Geschichte musste ich denken, als mir der Foto-Jahreskalender des Herstellerunternehmens Coloplast vorgestellt wurde. Dort hatte man sich mit der Idee beschäftigt Stomaträger und Menschen mit Blasen-/Darmfunktionsstörungen zu porträtieren. Betroffene unterschiedlichen Alters, die trotz ihres Handicaps mitten im Leben stehen.

Der Kalender zeigt lebensbejahende Bilder, ohne die Behinderung zu verstecken. Und er erzählt die persönliche Geschichte von zwölf ganz unterschiedlichen Menschen.

„Ich gehe offen mit meinem Stoma um, meine Freunde wissen Bescheid“, so die zwölfjährige Fabienne in ihrem Porträt, „ich bin so, wie ich bin!“ Oder Sabine, 41, der nach dem ersten Schock vor allem der Austausch mit anderen Betroffenen geholfen hat: „Heute reise ich gern um die Welt, gehe ins Fitnessstudio und arbeite als EDV-Trainierin. Hört sich das nach einem Leben mit Behinderung an?“.

Der Kalender rückt die Behinderung in den Blickwinkel, bewusst und völlig unverkrampft. Die Porträts motivieren den Betrachter sich mit dem Thema auseinander zu setzen und bauen Vorurteile ab. Wir wünschen uns mehr solcher Projekte. Weitere Informationen sind ab Mitte November auf der Internetseite www.jahreskalender.coloplast.de zu finden.

Zur Serie: Ein Stoma ist nichts, für das man sich schämen müsste – in mehreren Artikeln stellen wir Projekte von Betroffenen, Pflegeexperten und Herstellerunternehmen vor, die Stomaträgern mit Unterstützung durch Bilder und Kunst Mut machen.

Kategorie: Erfahrungsberichte, Pflegeexperten Stoma

Körperscanner im Selbstversuch

06. Oktober 2010 · Autor: CL · Druckversion Druckversion

Seit einigen Tagen werden Körperscanner am Hamburger Flughafen einem Praxistest unterzogen. Ich startete den Selbstversuch: was erwartet einen Stomaträger bei der Kontrolle durch die neue Sicherheitstechnik. Ein Erfahrungsbericht.

Anfang diesen Jahres war der Körperscanner das beherrschende Thema in der Presse. Die neue Technologie, die für mehr Sicherheit auf Flügen sorgen soll, wurde auch im Stoma-Forum kontrovers diskutiert. Denn ausgerechnet wir Stomaträger standen plötzlich im Fokus, das „sichtbar werden“ eines sonst versteckten künstlichen Darmausgangs wurde von den Kritikern als Eingriff in die Persönlichkeitsrechte bezeichnet.

Ansicht einer Anzeige des Körperscanners
Ansicht einer Anzeige des Bodyscanners

Ich bin beruflich seit Jahren regelmäßig mit dem Flieger im In- und Ausland unterwegs. Mittlerweile dürften mehr als 100 Flüge und entsprechend viele Sicherheitskontrollen zusammen gekommen sein. Wegen meines Stomas musste ich mich nur ein einziges Mal erklären. Obwohl ich mehrfach direkt am Hosenbund abgetastet wurde blieb mein Beutel am Bauch fast immer unentdeckt.

Ein Anruf bei der Hotline der Bundespolizei gab Aufschluss darüber was mich am Flughafen erwartet. Gesundheitlich sei die eingesetzte Technologie nach heutigem Wissen völlig unbedenklich. Der Scanner zeigt nicht meinen Körper, sondern eine schematische Darstellung. Auch mein Beutel wird nicht sichtbar, sondern ein farbiges Quadrat markiert die Körperstelle an der sich der erkannte Gegenstand befindet. Außerdem sei das Sicherheitspersonal speziell geschult und vorbereitet, wenn ich die Mitarbeiter auf meine Stoma hinweise. Theoretisch gut gerüstet ging es los zum Flughafen. (weiterlesen …)

Kategorie: Erfahrungsberichte, Leben mit Stoma

Das erste Jahr mit ileoanalem Pouch

27. August 2010 · Autor: Siskinanamok · Druckversion Druckversion

Ein persönliches Resümee über die Zeit nach der Stoma-Rückverlegung

Kurz zu mir: nach jahrelanger Colitis ulcerosa musste mein Dickdarm komplett entfernt werden, gleichzeitig wurde mir ein ileoanaler Pouch angelegt. Zur Entlastung bekam ich ein vorübergehendes Stoma, das vor einem Jahr zurück verlegt wurde. Nach 9-monatiger Stomazeit.

ileoanaler Pouch

Ist die komplette Entfernung des Dickdarms notwendig, kommt als Alternative zu einem dauerhaften Ileostoma der so genannte ileoanale Pouch (IAP) in Frage. Gerade jüngeren Betroffenen wird diese Operation heute oftmals angeboten. Stimmen die Voraussetzungen, ermöglicht ein IAP ein Leben ohne auf eine Stomaversorgung angewiesen zu sein und ohne äußerliche Anzeichen der Veränderung. (weiter lesen …)

Am deutlichsten ist mir der starke Juckreiz in Erinnerung geblieben, der mich in den ersten Monaten nach der Rückverlegung plagte. So unangenehm, dass ich des Öfteren mitten in der Nacht in die Dusche stieg und mir mit dem Duschstrahl regelrecht einen Einlauf verpasste. Denn das Jucken war innerlich und manchmal einfach unerträglich.

Durch das Ausduschen konnte ich mir aber jedes Mal Linderung verschaffen, was mir mit Cremes nicht gelang. Selbst eine Creme mit einem Lokalanästhetikum brachte nur vorübergehend etwas Ruhe in meinen geplagten Hintern. Interessanterweise war der Juckreiz im extremen Ausmaß auch nur nachts vorhanden, ganz selten tagsüber.

Die Anzahl der Stuhlgänge hatte sich schnell auf 6-8 Mal am Tag und 1-3 Mal pro Nacht eingependelt und ist bis heute unverändert. Ich fühle mich durch die Häufigkeit der Stühle in keinster Weise eingeschränkt. Ich achte so wenig darauf, dass ich nie mit Sicherheit sagen kann wie oft ich denn am Ende des Tages tatsächlich auf der Toilette war. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass jeder zwischen 6 und 9 Mal innerhalb von 24 Stunden die Toilette aufsucht um das kleine Geschäft zu verrichten.

Bei mir läuft es meist so ab, dass ich das kleine Geschäft verrichten muss und dabei in entspannter Pose sich auch mein Pouch automatisch mit entleert. Einhalten bis zu einer Stunde und mehr ist auch kein Problem. Und ich hatte noch nie unangenehme Zwischenfälle. (weiterlesen …)

Kategorie: Erfahrungsberichte

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