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Heute ist Weltkrebstag

Am 4. Februar 2022 findet zum 22. Mal der Weltkrebstag statt. 510.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu an Krebs. Da aber 40% aller Krebsfälle durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden können, steht am Weltkrebstag vor allem die Prävention und Früherkennung im Vordergrund. Für uns ist der diesjährige Welt-Krebs-Tag Anlass zu zeigen, bei welchen Krebs-Erkrankungen ein Stoma notwendig werden kann und wie Betroffene mit ihrem Beutel am Bauch leben.

der Weltkrebstag ist für uns Anlass zu zeigen, wie Stomaträger*innen nach einer Krebstherapie mit ihrem Stoma lebenEine Krebserkrankung ist die häufigste Ursache, die einen künstlichen Darmausgang oder eine künstliche Harnableitung notwendig machen können. Und zwar dann, wenn durch notwendige und häufig lebensrettende Operationen Teile des Darm- oder Harntraktes entfernt werden müssen und damit der „natürliche“ Weg zur Entleerung der Ausscheidungen verloren geht.

Stoma bei Darmkrebs

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern und Frauen. Man unterscheidet dabei zwei Formen des Darmkrebs. Beim Dickdarmkrebs (Colonkarzinom) sitzt der Tumor im oberen Teil des Dickdarms. Die häufigste Ursache für ein Stoma aber ist der Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom). Bei dieser Form sitzt der Tumor im letzten Abschnitt des Dickdarms (Rektum).

Bei Edgar konnte der Tumor in einer Operation entfernt werden, eine zusätzliche Bestrahlungs- oder Chemotherapie war nicht notwendig. Allerdings konnten die Chirurgen seinen Schließmuskel nicht erhalten, ein dauerhaftes Colostoma ist dann die einzige Lösung.

„Für mich war schon klar, dass bevor ich mit ’nem kaputten Schließmuskel leben muss, ja wohl ein Stoma die bessere Alternative ist“, sagt Edgar rückblickend zu seiner Darmkrebs-Operation.

Stoma bei Blasenkrebs

Harnblasenkrebs ist die vierthäufigste Krebserkrankung bei Männern und bei Frauen auf Platz 8. Und deshalb ist Blasenkrebs auch meist der Grund, ein Urostoma anzulegen, da ab einem bestimmten Krebs-Stadium die komplette Blase entfernt muss.

Auch bei Hildegard war die Krankheit bereits so weit fortgeschritten, dass eine künstliche Harnableitung die einzige Lösung war. Dabei ist das so genannte Ileum-Conduit die häufigste Form eines Urostomas.

„Ich hatte nie Probleme, unseren Bekanntenkreis einzuweihen, nie. Vorher schon wusste jeder Bescheid, und es hat sich keiner von mir abgewandt. Nee, ich habe da nie Probleme gehabt offen darüber zu sprechen“, sagt Hildegard über ihren Umgang mit ihrem Stoma.

Stoma bei Hautkrebs

Ein Analkarzinom ist eine seltene Form des Hautkrebs, zu der etwa jedes fünfte Analkarzinom zählt. Die notwendige Therapie war für Heike nicht einfach. Auch nach einer Kombination aus Bestrahlungs- und Chemotherapie waren noch Tumorreste nachweisbar, die ihr in einer zusätzlichen Operation entfernt werden mussten.

„Ruhe zu bewahren und zu lernen, sich in Ruhe mit diesem Stoma und seiner Versorgung zu beschäftigen – das war für mich das A und O. So habe ich mein Stoma relativ schnell angenommen“, sagt Heike über die erste Zeit nach der Stoma-Operation.

Stoma bei Eierstockkrebs

Das Ovarialkarzinom gehört zu den aggressivsten Tumoren und ist die zweithäufigste bösartige Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Elke erhielt ihre Diagnose nach einer Routineuntersuchung bei ihrer Frauenärztin. Der Tumor war aber bereits so groß, das eine Operation unumgänglich war.

„Der Tumor war zum Glück gutartig, wie sich herausstellte, und auch sonst lief alles gut. Mit dem temporären Colostoma hatte ich wirklich überhaupt keine Probleme“, berichtete uns Elke über ihre Zeit vor der Stoma-Rückverlegung.

Die ganze Geschichte von Edgar, Hildegard, Heike und Elke könnt ihr hier nachlesen: Wir leben mit einem Stoma [1]