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Rolle rückwärts bei der DAK-Gesundheit

Alle Stomaträger*innen, die sich in den letzten Monaten über die schlechte Versorgungsqualität der Vertragspartner der DAK-Gesundheit geärgert haben, können jetzt wieder aufatmen. Seit heute sind eine gute Hilfsmittel-Versorgung und ein Wahlrecht auch für Versicherte der DAK wieder gewährleistet. Und das ist kein Aprilscherz.

Abbildung: DAK-Logo auf dem Dach der Zentrale in HamburgIm vergangenen Jahr mussten viele bei der DAK-Gesundheit versicherte Stomaträger*innen gleich zweimal ihren Versorger wechseln. Das erste Mal, nachdem sich die Krankenkasse gegen viel Widerstand mit einer Ausschreibung durchgesetzt [1] hatte, in deren Folge den Stomaträger*innen der Versorger vorgeschrieben wurde. Und zum zweiten Mal im Dezember, nachdem der Gesetzgeber Ausschreibungen für Hilfsmittel verboten hatte und die DAK-Gesundheit einen neuen Versorgungs-Vertrag vereinbaren musste [2]. Dieser war allerdings an eine so niedrige Vergütungs-Pauschale geknüpft, dass nur zwei bundesweit tätige Versorger dem Vertrag beigetreten sind.

Im Ergebnis war die Situation damit noch schlechter als nach der Ausschreibung. Kein echtes Wahlrecht mehr für die Versicherten und es sammelten sich die Beschwerden über die Versorgungsqualität. Und auch vor Gericht musste sich die DAK weiter mit den Klagen von Leistungserbringern auseinandersetzen.

Nach nur vier Monaten ist die Krankenkasse jetzt eingeknickt. Der neue Vertrag enthält stärkere Qualitätsanforderungen und eine Vergütungspauschale, die mit anderen Krankenkassen vergleichbar ist. Dennoch bleibt es auch hier nicht ohne Kritik. Sanitätshäuser und Homecare-Unternehmen die nicht deutschlandweit tätig sind befürchten einige der neuen Qualitätsanforderungen nicht erfüllen zu können und damit weiter von der DAK als Vertragspartner ausgeschlossen zu werden.

Grundsätzlich können alle Versicherten der Krankenkasse frei unter den Vertragspartnern ihren Versorger wählen. Die ersten beiden Homecare-Unternehmen, die damit wieder Versicherte der DAK-Gesundheit versorgen sind die GHD und Publicare. Weitere werden folgen.

Wer im vergangenen Jahr den Versorger gewechselt hat oder wechseln musste und dort nicht zufrieden ist, hat ab sofort eine wachsende Auswahl an Alternativen. Über den Hilfsmittellotsen der DAK-Gesundheit [3] lässt sich verfolgen, wer in einem PLZ-Bereich die Stomaversorgung anbietet.