Tipps & Tricks: Die hohe Kunst des Beutel-Leerens

19. April 2016 · Autor: CL · Druckversion Druckversion

Offene Stoma-Beutel heißen deshalb so, weil man sie öffnen und ausleeren kann. Das Beutel-Leeren geht eigentlich schnell und unkompliziert, benötigt zu Anfang aber etwas Übung. Wir zeigen euch worauf ihr achten solltet und welche Positionen Stomaträger auf der Toilette allgemein bevorzugen.

Für all diejenigen, die geschlossene Stomabeutel benutzen, ist dieser Beitrag vielleicht nicht direkt hilfreich. Offene Beutel (auch „Ausstreifbeutel“ genannt) sind vor allem bei einem Ileostoma die Versorgung der Wahl. Der Stuhl ist häufig nicht eingedickt, der Beutel füllt sich mehrmals am Tag und wird in die Toilette ausgeleert. Aber auch ein Urostoma-Beutel wird regelmäßig geleert.

„Schweinereien“ vermeiden

Männer sind damit vertraut ihr „Geschäft“ gelegentlich im Stehen zu erledigen. Stomaträgerinnen können das auch 😉 Aber das Beutel-Leeren im Stehen ist nicht unbedingt die beliebteste Position, die Entfernung zwischen Beutel und Keramik ist doch recht groß und das Ergebnis ist… naja, reden wir nicht darüber. Oder doch, denn es gibt einen einfachen und effektiven Trick, wie sich ungewollte Spritzer auf jeder Toilette vermeiden lassen: Toilettenpapier. Seid mit dem Papier nicht sparsam und verteilt einige Blätter in der gesamten Schüssel. Das Toilettenpapier verhindert das Aufspritzen, wenn der Beutelinhalt in den Lokus plumpst.

Zusätzlich könnt ihr mit den Fingern Druck auf die Beutelöffnung ausüben. Haltet den Auslass des Beutels mit beiden Händen zwischen Daumen und Zeigefinger fest und drückt ihn zuerst fest zu, dann etwas weniger fest. Das benötigt etwas Übung, aber so könnt ihr steuern wie schnell sich der Beutelinhalt in die Toilette entleert.

Sitzen, knien, hocken?

Die meisten Stomaträger leeren ihren Ausstreifbeutel im Sitzen. Bewährt haben sich zwei Sitz-Positionen. In der „klassischen“ Position sitzt man wie vor der Stoma-OP auf dem Toilettensitz und rückt mit dem Po etwas weiter zurück. Der Beutelinhalt wird zwischen den Beinen entleert.

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Die Alternative ist die Position mit dem Gesicht zur Wand. So kann es durchaus einfacher sein, den Beutel zu leeren. Auch wenn die umgekehrte Sitz-Position im ersten Moment ungewohnt ist.

Manche Stomaträger bevorzugen das Knien vor der Toilette. Diese Position kann hilfreich sein, weil man so mit dem Stomabeutel näher an den Ort des Geschehens heran kommt. Sitzt das Stoma auf Höhe des Bauchnabels oder sogar darüber, kann der Weg bis zur Toilettenschüssel im Sitzen noch immer sehr weit sein.

Dritte Variante ist die Hocke. Im Vergleich zum Beutel-Leeren im Stehen ist die Entfernung deutlich kürzer, benötigt aber auch einen stabilen Stand ist nichts für schwache Beine. Die Hocke ist auch eine Alternative auf öffentlichen Toiletten, die nicht immer so sauber sind, dass man sich wirklich gerne setzen möchte. Zur absoluten Herausforderung wird diese Position aber auf Toiletten in Zügen oder im Flugzeug, da bringt einen das Wackeln und Ruckeln schnell aus dem Gleichgewicht.

Letztendlich gibt es kein Richtig oder Falsch. Probiert aus, welche Position euch selbst am einfachsten ist. Und scheut euch nicht andere Positionen einmal auszuprobieren.

Wie leert ihren euren Beutel?

Wie leert ihr euren Stoma-Beutel und warum ist das für euch der richtige Weg? Welche Erfahrungen habt ihr mit unterschiedlichen Positionen gemacht? Schreibt uns im Stoma-Forum oder auf facebook.

Bildquelle: Vielen Dank an Tamara von Stoma-na-und für die Fotos 🙂

Kategorie: Tipps & Tricks

 

 

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