Durch dick und dünn – Leben mit Darmkrebs …

22. Juli 2013 · Autor: CL · Druckversion Druckversion

… ist der Name einer Veranstaltungsreihe rund um die Erkrankung Darmkrebs. Die etwa dreistündigen Veranstaltungen, die von dem Tagesschausprecher Jan Hofer moderiert werden, richten sich an Patienten, Angehörige und Interessierte. Ende Juni machte sie Station in Bad Kreuznach.

Durch dick und dünn - Moderator Jan Hofer
Jan Hofer moderiert die Veranstaltungsreihe

„Leider erreichen wir oft nur diejenigen, die vom Thema Darmkrebs schon betroffen sind.“ kommentierte Jan Hofer eine der ersten TED-Fragen im Publikum. Am Saal-Eingang hatten die Besucher ein kleines Gerät in die Hand bekommen, mit dem sie gerade per Knopfdruck auf die Frage „Sind Sie selbst oder ein Angehöriger von Darmkrebs betroffen?“ mit Ja oder Nein geantwortet hatten. Das Ergebnis war eindeutig, fast alle waren mit der Krebserkrankung aus eigener Erfahrung vertraut.

Wirklich verwundert waren die Fachärzte der ersten Gesprächsrunde darüber allerdings nicht. Noch immer werden die Vorsorgeuntersuchungen zu wenig in Anspruch genommen, obwohl Darmkrebs fast immer heilbar ist, wird er nur früh genug erkannt. Ab dem 55. Lebensjahr übernehmen die Kassen die Kosten für die Vorsorge. Sind aber bereits mehrere Familienmitglieder an Darmkrebs erkrankt oder haben sich die eigenen Stuhlgewohnheiten plötzlich und auf Dauer verändert, sollte man sich bereits früher durchchecken lassen und einen Termin zur Darmspiegelung vereinbaren.

Durch insgesamt vier Gesprächsrunden führte Jan Hofer die Fachärzte der Bad Kreuznacher Kliniken. Neben der Vorsorge informierten sie über die Operation bei Darmkrebs, wann ein künstlicher Darmausgang notwendig wird und für wen als Alternative zu bisherigen Therapieverfahren eine Chemo in Tablettenform in Frage kommt. Nach modernen Therapieansätzen wie die zielgerichteten Chemotherapie gefragt stellte sich allerdings heraus, dass bisher nur wenige Darmkrebs-Patienten über die Behandlung mit Wachstums- und Angiogenesehemmern informiert sind.

Die letzte Runde stand unter der Überschrift „Leben mit dem Darmkrebs“. Die wichtigsten Aussagen: geh zur AHB, geh zur Selbsthilfe und es darf auch mal ein Glas Wein sein. Ja, der Wein von der Nahe ist nicht zu verachten und ein gelegentliches Glas schadet auch bei einer Darmkrebserkrankung nicht, bestätigte die Ernährungsberaterin der Reha-Klinik Nahetal. Während die große Mehrheit der Darmkrebspatienten im Publikum zur Anschlussheilbehandlung (AHB) in einer Reha-Klinik war und dies auch immer wieder tun würde, hatten nur 20% Kontakt zur Selbsthilfe. Eine überraschende Zahl und das Stichwort für den einzigen Patienten und Selbsthilfe-Vertreter in den Gesprächsrunden, der vor allem den anwesenden Stomaträgern ins Gewissen redete: „Jeder Betroffene hat irgendein Problem. Sprecht uns an, lasst uns darüber sprechen und euer Problem lösen.“

Durch dick und dünn - Leben mit Darmkrebs - Grespraechsrunde in Bad Kreuznach
Das Ergebnis einer der Publikumsfragen: 94% der Darmkrebs-Betroffenen war zur Anschlussheilbehandlung

Eine informative Veranstaltung ganz im Zeichen der Aufklärung zur Krebserkrankung Nummer eins in Deutschland. Die Roche Pharma AG, Initiatorin der Veranstaltungsreihe, hielt sich angenehm zurück und überließ das Feld den Experten, die den Besuchern in anschließenden Workshops und in der begleitenden Ausstellung auch individuelle Fragen beantworteten.

Nach den Diskussionsrunden hatten wir Gelegenheit zu einem Interview mit Jan Hofer. Mehr dazu demnächst hier.

Quelle: eigene Recherche

Kategorie: Veranstaltungen

 

 

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