Präqualifizierung, was bedeutet sie für Stomaträger?

30. März 2010 · Autor: CL ·

Mit der letzten Gesundheitsreform der damaligen großen Koalition kam einige Unruhe in die Hilfsmittelversorgung. Der Markt wurde geöffnet und den gesetzlichen Krankenkassen der Weg geebnet, alle bisherigen Verträge mit den Leistungserbingern (Sanitätshäusern, HomeCare) neu zu verhandeln. In der Folge brach die Versorgungsqualität teilweise massiv ein. Besonders die Versorgung von Inkontinenz-Betroffenen geriet immer wieder negativ in die Schlagzeilen. Stomaträger blieben von diesen Auswirkungen zum Glück weitgehend verschont.

Um diese Probleme in den Griff zu bekommen, hat der Gesetzgeber das Präqualifizierungsverfahren aus der Taufe gehoben. Ab dem 1. April 2010 kann jeder Leistungserbringer anhand vorgegebener Kriterien nachweisen, dass er die geforderte Qualität erfüllt und beispielsweise in der Lage ist zuverlässig zu liefern und speziell ausgebildetes Personal beschäftigt, um Betroffene in der Anwendung der Hilfsmittel einzuweisen und zu unterstützen.

Mit bestandener Präqualifizierung erfüllt der Leistungserbringer die Voraussetzungen, um den neuen Verträgen der Krankenkassen beizutreten. Und das ohne jeder einzelnen der über 160 Kassen nachweisen zu müssen, dass er die Vertragsvoraussetzungen hinsichtlich der Qualität tatsächlich erfüllen kann.

Aus Sicht der Stomaträger ist die Präqualifizierung ein Schritt in die richtige Richtung. (weiterlesen…)

Kategorie: Gesundheitspolitik

Vor dem Wechsel sorgfältig prüfen

18. März 2010 · Autor: CL ·
Krankenkassenwechsel wegen Zusatzbeiträge?

Die ersten gesetzlichen Krankenkassen haben angekündigt, in diesem Jahr Zusatzbeiträge von ihren Versicherten zu verlangen. Einige wie DAK und KKH fordern bereits heute einen zusätzlichen Obolus von 8 Euro pro Monat. Die Zusatzbeiträge sind laut Vertretern der Krankenkassen politisch gewollte Folge des 2009 eingeführten Gesundheitsfonds, aus dem die Ausgaben der Kassen finanziert werden. Der Fonds decke aber nur 95% der Ausgaben ab. Den Rest müsse man sich jetzt eben von den eigenen Versicherten holen.

Die zusätzlich erhobenen Beiträge sind ärgerlich und bei manch einem keimt der Wunsch nach einem Wechsel der Krankenkasse auf. Aber Hilfsmittelnutzer wie wir Stomaträger sollten vor einem Wechsel die Hilfsmittel-Leistungen einer neuen Krankenkasse sorgfältig prüfen. Darauf weist das Aktionsbündnis meine Wahl in einer aktuellen Meldung hin. Insbesondere die individuellen Versorgungsleistungen sollte man genau unter die Lupe nehmen. (weiterlesen…)

Kategorie: Gesundheitspolitik, Soziales

Aktionstag “Leben mit Krebs” in Bad Mergentheim

16. März 2010 · Autor: CL ·
20. März 2010
10:00 Uhrbis16:00 Uhr

Am Samstag dem 20. März 2010 veranstaltet das Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim den Aktionstag “Leben mit Krebs”.

Neben zahlreichen Vorträgen wird die Veranstaltung von dem Informationsangebot lokaler Selbsthilfegruppen sowie der Ausstellung Kunst am Stoma begleitet.

Veranstaltungsort:
Regionales Centrum für Tumorerkrankungen RCT
Uhlandstraße 7
97980 Bad Mergentheim
www.ckbm.de

Quelle: Caritas Krankenhaus Bad Mergentheim

Kategorie: Termine

Doppeltes Tabu

08. März 2010 · Autor: CL ·

Das Thema Sexualität spielt eine bedeutende Rolle für die Lebensqualität nach Darmkrebs und einer gleichzeitigen Stomaanlage, schreiben die Autoren einer Ende 2009 veröffentlichten Studie. Untersucht wurde die langfristige Lebensqualität von 491 Darmkrebspatienten, darunter 246 Patienten denen ein dauerhaftes Stoma angelegt wurde. Ein Ergebnis der Studie: die befragten Stomaträger fühlen sich in ihrer Sexualität stärker eingeschränkt als diejenigen Patienten, die ihre Krebserkrankung ohne Stomaanlage überstanden hatten.

Ehepaar

Sexualität ist mehr als nur der Geschlechtsakt. Sie steht in engem Zusammenhang mit unserer Persönlichkeit, unserem körperlichen Befinden, unserer Lebensgeschichte. Nähe, Zärtlichkeit und Geborgenheit sind Grundbedürfnisse und zentraler Bestandteil unserer Identität. Auf dem Weg zurück ins Leben ist deshalb auch die Rückkehr zu einer erfüllten Sexualität ein bedeutender Schritt.

Aber nicht jedem fällt es leicht über eigene Ängste und Bedürfnisse offen zu sprechen, selbst dem eigenen Partner gegenüber. Die in intimen Momenten nur schwer zu verbergende äußere Veränderung durch das Stoma, der Beutel am Bauch, der vermeintliche Ekel vor dem Beutelinhalt, das und mehr sind Mauern, die erst eingerissen werden müssen. Letztendlich ist es immer die Angst, von dem eigenen Partner plötzlich abgelehnt zu werden. Bis hin zur Ablehnung des eigenen veränderten Körpers.

Stoma und Sexualität, zwei Tabus treffen aufeinander. Das Ergebnis der Studie verwundert daher nicht. (weiterlesen…)

Kategorie: Leben mit Stoma, Pflegeexperten Stoma

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