Angies Erfahrungsbericht

29. April 2005 · Autor: Angie · Druckversion Druckversion

Von Geburt an litt ich unter chronischer Obstipation. All die guten Tipps der aufgesuchten Allgemeinmediziner brachten überhaupt nichts, außer zunehmenden Frust.

Als ich aufgrund von Cortison und Immunsupressiva (wg. chronischer Polyarthritis) vorzeitig in die Wechseljahre gekommen war, ging zunehmend überhaupt nichts mehr. Mit Glück und Nachhilfe (Einläufe und Darmrohr) hatte ich maximal 2x im Monat Stuhlgang. Es war eine einzige Quälerei.

Im Jänner 2004 ging schließlich so gut wie gar nichts mehr. Vorläufige Diagnose nach vielen Untersuchungen: Morbus Hirschsprung, Colon elongatum/Megacolon.

Am 22.01.04 wurde ich in der Klinik Innsbruck operiert. Zunächst war es „nur“ eine subtotale Dickdarmresektion mit End-zu-End-Anastomose, d.h. mein normaler Ausgang war mir zunächst geblieben.

Leider gab es Komplikationen. Schon zwei Tage nach besagter OP stieg der crP-Wert auf über 60 um/dl, ich bekam hohes Fieber, hatte einen prall gespannten Bauch und rasende Schmerzen. Ich hatte eine eitrige 4-Quadranten-Peritonitis und wurde 5 Tage nach der ersten OP ein zweites Mal operiert. Der restliche Dickdarm war bereits in Verwesung begriffen. Er musste natürlich entfernt werden, dazu auch noch der größte Teil des Mastdarms und ein Stück des Dünndarms. Seitdem habe ich mein endständiges Ileostoma, wahrscheinlich für immer.

Im Spätsommer 2004 war ich wegen herber Verwachsungsprobleme im AKH Wien. Dabei hatte ich u.a. die Gelegenheit, mich mit Prof. Herbst über eine vielleicht mögliche Pouch-Lösung zu unterhalten. Er riet mir angesichts meines nur noch minimalen Mastdarmstupfes und der massigen und überwiegend flüssigen Dünndarmsekrete dingend davon ab, das Pouch-Experiment zu wagen. Also wurde lediglich eine umfangreiche Adhäsiolyse gemacht.

So lebe ich also weiterhin und vermutlich für alle Zukunft mit meinem Ileo und muss sagen: Es gibt viiiiiel Schlimmeres!

Normalerweise habe ich mit meiner Stomaversorgung keinerlei Probleme, auch kann ich jede Kleidung tragen, kann ins Schwimmbad gehen und auch sonstigen Sport treiben. Die körperlichen Einschränkungen, die ich leider habe, haben vor allem mit meiner chronischen Polyarthritis zu tun, ganz sicher nicht mit dem Stoma. Ein Stoma ohne Versorgungsprobleme ist kein Grund zu verzweifeln. Es lebt sich damit viel besser, als man denkt. Ich jedenfalls bin zwar nicht glücklich darüber, dass die damalige erste OP nicht geklappt hatte, aber ich bin froh, erstens noch am Leben zu sein und zweitens weniger Probleme als vor dem ganzen Schlamassel zu haben. Es geht mir gut.

Kategorie: Erfahrungsberichte

 

 

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