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mögliche Komplikationen: Hernie (Bruch)

Abbildung: Skizze einer Hernie (Bruch), der häufigsten Komplikation nach einer Stoma-Operation [1]
Als parastomale Hernie bezeichnet man die deutliche Wölbung
der Bauchdecke am Stoma (anklicken zur Großansicht)

Jede Bauchoperation beeinflusst die Stabilität der Bauchwand. Bei einer Überbelastung, zum Beispiel bei schwerem Heben, kann es zu einem Bruch kommen, der so genannten parastomalen Hernie. Die Bauchdecke wölbt sich an dieser Stelle nach außen.

Die Hernie ist die häufigste Komplikation nach einer Stoma-Operation. Wie hoch das Risiko tatsächlich ist, ist allerdings nicht genau bekannt. Studien sprechen von 40% – 80% aller Stomaträger, die nach fünf Jahren eine parastomale Hernie bekommen.

Hernien entwickeln sich meist langsam über Monate und Jahre hinweg, sie können aber auch ganz plötzlich bei einer starken Belastung des Bauchs auftreten, z.B. nach heftigem Niesen. Häufig verursachen Hernien keine Beschwerden. Allerdings kann sich der Darm in dem Bruch der Bauchdecke einklemmen, was schmerzhaft ist und auch zu einem Darmverschluss führen kann. Dann muss die Hernie von einem Chirurgen behandelt und der Bruch in einer Operation verschlossen werden. Dabei kann zusätzlich ein Netz eingefügt werden um die Bauchdecke zu stärken und das erneute Auftreten der Hernie zu verhindern. Auch wenn der Bruch die Stomaversorgung erschwert und eine zuverlässige Versorgung nicht mehr möglich ist, muss operiert werden.

Als konservative Behandlung, ohne Operation, wird das Tragen einer speziell angepassten Bruchbinde bzw. Stoma-Bandage empfohlen. Eine Bandage stützt den Bauch und erzeugt bei Belastungen einen Gegendruck. Damit beugt man einer Vergrößerung der Hernie vor. Stoma-Bandagen sind auf Rezept im Sanitätshaus oder bei HomeCare-Unternehmen erhältlich und werden speziell angepasst. Die Bandagen werden während körperlich anstrengenden Tätigkeiten (Sport, Gartenarbeit usw.) getragen.

Vorbeugen

Oft erhalten Stomaträger bereits in der Klinik den Rat, nicht mehr wie 5 oder 10kg Gewicht zu heben. Einen Beleg dafür, dass man damit eine Hernie vermeiden kann, gibt es nicht. Vielmehr kommt es auf darauf an, wie größere Gewichte ohne Überanstrengung des Bauchs gehoben werden, z.B. beim Anheben von Getränkekisten und ähnlichem. Bei starken Husten und Niesen sollten Stomaträger immer mit der flachen Hand etwas gegen das Stoma drücken so einen Gegendruck erzeugen.

Von dem ständigen Tragen einer Stoma-Bandage zur Vorbeugung einer Hernie rate die meisten Ärzte allerdings ab, da durch das Tragen der Bandage die Bauch- und Rückenmuskulatur entlastet wird und sich mit der Zeit zurück bilden kann. Ein ständiges Training der Muskulatur durch alltägliche Bewegungen ist wichtig und stärkt die Muskeln.