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Schwangerschaft mit Stoma

Dem Kinderwunsch junger Stomaträgerinnen steht ein Stoma nicht im Wege. Zwar ist aus ärztlicher Sicht eine Schwangerschaft mit Stoma eine Risikoschwangerschaft. Davon sollte man sich allerdings nicht verunsichern lassen, da heute bereits die Mehrzahl der Schwangerschaften aller Frauen als Risikoschwangerschaft gelten. Eine gesunde Stomaträgerin kann mit einer normal verlaufenden Schwangerschaft und Geburt rechnen.

Besteht bereits vor einer geplanten Stomaoperation ein Kinderwunsch, sollte man dies unbedingt mit dem behandelnden Arzt und dem Stomatherapeuten besprechen. Damit kann die Position des Stoma so gewählt werden, dass es auch während einer Schwangerschaft gut zu versorgen ist.

Ist aufgrund einer Krebserkrankung eine Bestrahlung notwendig, können die Eierstöcke vor Schädigungen geschützt werden. Auch ist es möglich Eizellen vor Beginn der Strahlenbehandlung zu entnehmen und zu befruchten. Die Eizellen werden dann eingefroren für den Fall, das nach der Krebstherapie eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege nicht mehr zu Stande kommt.

Nach einer Chemotherapie sollten sich Stomaträgerinnen für eine Schwangerschaft zwei Jahre Zeit nehmen, um mögliche Missbildungen zu vermeiden. Auch nach der Stomaanlage wird eine Wartezeit von zwei Jahren empfohlen, damit das Stoma gut in der Bauchdecke einwachsen kann und dem enormen Druck im Bauchraum während der letzten Schwangerschaftswochen Stand hält.

Während der Schwangerschaft muss durch die Veränderung des Bauches auch die Stomaversorgung angepasst werden. Hier ist der enge Kontakt zur Stomatherapeutin wichtig. Oft reicht es aus, die Öffnung in der Basisplatte zu vergrößern, da sich auch das Stoma im Verlauf der Schwangerschaft vergrößert. Aber auch der Wechsel zu einem konvexen Versorgungssystem kann notwendig werden, um der Versorgung weiterhin sicheren und zuverlässigen Halt zu geben.

Im letzten Drittel der Schwangerschaft und während der Presswehen kann ein Prolaps auftreten. Bei dieser Komplikation drückt dich der Darm aufgrund des hohen Bauchdrucks aus dem Stoma heraus. Bei den meisten Stomaträgerinnen bildet sich der Prolaps aber nach der Geburt wieder vollständig zurück, so dass keine besondere Behandlung des Prolaps notwendig wird.

Auch eine normale Geburt ist mit Stoma möglich. Oft wird jungen Stomaträgerinnen aber zu einem Kaiserschnitt geraten, besonders bei vorliegenden Verwachsungen oder Fisteln. Ist für einen späteren Zeitpunkt bereits die Rückverlegung des Stomas geplant, ist der Kaiserschnitt ebenfalls das Mittel der Wahl. Damit wird das Risiko eines Dammriss mit Schädigung des Schließmuskels während der Geburt vermieden, was eine Rückverlegung des Stoma unmöglich machen könnte.