30. Juli 2009

Entspannt lehnt sich Barbara Weschke-Scheer zurück. Sie genießt die warme Frühlingssonne. Im Atriumcafé der Münchner Glyptothek kann die 56-Jährige nach der Arbeit besonders gut abschalten. Dort träumt sie mit ihrem Mann vom nächsten Griechenlandurlaub oder besucht die Antikensammlung. Was keinem der Gäste an den benachbarten Tischen auffällt: Die Besucherin trägt ein Darmstoma.
„Der Begriff Stoma kommt aus dem Griechischen und bedeutet Öffnung“, erklärt Professor Heinz-Johannes Buhr von der Charité Berlin. „In der Medizin verstehen wir darunter eine künstlich geschaffene Körperöffnung, die sich beispielsweise an der Luftröhre oder am Darm befinden kann“, so der Direktor der Chirurgischen Klinik I weiter. Bis zu 120.000 Menschen in Deutschland leben mit einem solchen Darmausgang, der aus ganz unterschiedlichen Gründen vorübergehend oder dauerhaft angelegt werden muss.
„Der Ausgangspunkt für mein Stoma war ein gezogener Weisheitszahn“, berichtet Barbara Weschke-Scheer, eine ausgebildete Diplom-Psychologin. Damals, vor 36 Jahren, wollte die Zahnwunde nicht heilen. Die junge Patientin erhielt deshalb verschiedene Antibiotika, auf die sie mit schweren Darmblutungen und Erbrechen reagierte. Später sprachen die Ärzte von einer Colitis ulcerosa, einer Darmentzündung. „Ich verlor meine Haare und wog nur noch 35 Kilogramm“, sagt Weschke-Scheer. Fast hatten die Mediziner sie aufgegeben. Doch sie schaffte es und kam allmählich wieder auf die Beine. (weiterlesen auf GesundheitPro.de …)