Sommerzeit ist Reisezeit – was Stomaträger auf Reisen beachten sollten

04. Juli 2006 · Autor: CL · Druckversion Druckversion

Urlaub – in den sonnigen Süden, zum Wandern in die Berge … nach der Erholung von der Operation steht einer Urlaubsreise natürlich Nichts im Wege. Allerdings gibt es einige Dinge, die man als Stomaträger auf Reisen beachten sollte. Im folgenden Artikel werden wir die Urlaubsvorbereitungen, die Anreise und den Aufenthalt am Urlaubsort etwas unter die Lupe nehmen.

Reisevorbereitungen

Der wichtigste Überlegung zuerst: wie viel Versorgungsartikel benötigen sie, wenn sie die Urlaubszeit zu Hause verbringen würden? Nehmen sie dann doppelt so viele Stomabeutel, Basisplatten, usw. mit auf ihre Reise. Warum? Erfahrungsgemäß verbraucht man im Urlaub mehr Versorgungsartikel als zu Hause. Dafür kann es mehrere Gründe geben:

  • starkes Schwitzen kann die Klebeflächen aufweichen, die Versorgung muss dadurch oft früher gewechselt werden
  • ungewohnte Ernährung oder eine Infektion können Durchfall verursachen
  • häufiges Schwimmen und Baden führt zu häufigerem Wechsel der Versorgung

Bei Auslandsreisen kann es nützlich sein, sich vorab über die Bezeichnung ihrer Versorgungsartikel im Urlaubsland zu erkundigen. Die Bezeichnung der Artikel kann in anderen Ländern von der deutschen Bezeichnung abweichen. Bei dieser Gelegenheit kann man sich ebenfalls nach Vertriebsfirmen am Urlaubsort erkundigen. Damit ist man gut vorbereitet, falls doch einmal die Stomabeutel ausgehen sollten.

Eine Auslandskrankenversicherung ist ebenfalls zu empfehlen. Dabei ist darauf zu achten, dass im Leistungsumfang der Krankenversicherung die notwendigen Hilfsmittel zur Versorgung des Stomas enthalten sind.

Während einer Auslandsreise kann auch das internationale Travel-Certificate hilfreich sein, das von der European Ostomy Association, herausgegeben wird. Es ist mehrsprachig verfasst und klärt bei evtl. Kontrollen im Ausland über die Notwendigkeit der am Körper getragenen Versorgung auf. Darüber hinaus enthält es einen Hinweis, das die Versorgung nur im Beisein eines Arztes entfernt werden darf auf.

Das Travel-Certificate können sie sich über den folgenden Link auf ihren PC herunterladen: Travel-Certificate. Zur Anzeige und zum Ausdruck benötigen sie den kostenlosen Acrobat-Reader: Acrobat Reader. Drucken sie sich das Zertifikat aus, tragen sie ihre Angaben ein und lassen sie es von ihrem Hausarzt mit Stempel und Unterschrift gegenzeichnen.

Die Anreise

Bei der Anreise per PKW oder Motorrad sollten Pausen an gut ausgestatteten Raststätten eingeplant werden. Damit kann ein Versorgungswechsel auf einer sauberen Behindertentoilette erfolgen, falls dieser während der Fahrt notwendig wird.

Zutritt zu vielen Behindertentoiletten auf Raststätten erhält man mit dem Euroschlüssel. Mehr Informationen zu diesem Schlüssel und der Bezugsquelle finden sie hier: Unterwegs eine saubere Toilette.

Bei Flugreisen gehört das gesamte Versorgungsmaterial ins Handgepäck. Ist das ganze Material im Koffer verstaut, kann man nicht sicher sein, dass der Koffer auch am gleichen Urlaubsort ankommt wie man selbst. Deshalb lieber die Stomabeutel als den Fotoapparat im Handgepäck mitnehmen.

Sowohl im Flugzeug als auch im Reisebus oder in der Bahn kann ein Versorgungswechsel aufgrund der engen Toiletten umständlicher sein als sonst. Mit etwas Geduld und Improvisation sollte der Versorgungswechsel in diesen platzsparenden Toiletten aber möglich sein.

Der Aufenthalt am Urlaubsort

Jeder Reisende muss in heiß-trockenen Regionen unbedingt auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten. Dabei sollte so viel getrunken werden, dass man mindestens einen Liter Urin über den Tag verteilt ausscheidet.

Bei der täglichen Stomapflege ist in südlichen Ländern nur abgekochtes Wasser oder Wasser aus Flaschen zur Reinigung des Stomas und zur Irrigation zu empfehlen. Wohnt man im Hotel, sammelt man bei einem Versorgungswechsel die verbrauchten Materialien am besten in einem mitgebrachten Müllbeutel (z.B. 20 Liter Hausmüllbeutel) und entsorgt diesen im Mülleimer des Hotelzimmerbades. Der Mülleimer im Hotelzimmerbad wird täglich geleert

Auch der Strandbesuch ist für Stomaträger kein Problem. Ein Sonnenbad macht der Stomaversorgung nichts aus. Auch das Schwimmen im Meer oder im Pool ist auf jeden Fall möglich. Die modernen Stomaversorgungen halten auch im Wasser sicher am Körper und bleiben absolut dicht.

Noch ein Hinweis für Campingurlauber: erfahrene Betroffene wechseln ihre Versorgung oft nicht in Gemeinschaftstoiletten, sondern im eigenen Zelt. Dabei ist nur darauf zu achten, dass Müllbeutel und ausreichend Wasser im Zelt bereit liegt. Die verbrauchten Materialien in den Müllbeutel, diesen zuknoten und ab damit in den Müll.

Kategorie: Selbsthilfe

 

 

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Telefon: 0800 200 320 105

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